Was ist der Ödipuskomplex?

Heute meint der Ödipuskomplex typische Konflikte mit den Eltern

Der Ödipuskomplex beschreibt einen typischen Konflikt, den Kinder in ihrer Entwicklung haben: Sie lieben ihre Eltern und gleichzeitig setzen diese ihnen zunehmend, im Sinne der Erziehung, Grenzen. Freud hat diesen Konflikt als einen sexuellen Grundkonflikt gesehen: Vierjährige lieben demnach angeblich das gegen-geschlechtliche Elternteil – und wollen daher das gleich-geschlechtliche Elternteil töten. Doch heute steht in der Psychoanalyse unser Lebenstrieb im Mittelpunkt – und nicht mehr der Sextrieb: Sex ist „nur“ Teil der Persönlichkeit, aber nicht grundlegend für unsere Entwicklung. Daher ist der Ödipuskomplex eher ein Konflikt im Reifeprozess – weg vom infantilen Narzissmus (dem totalen Egoismus des Säuglings), hin zur einer zunehmende Reife des (narzisstischen) Selbst, das auch die Bedürfnisse anderer Menschen wahrnehmen und akzeptieren kann – und muss. Denn unser besseres Überleben, ist von unserer Anerkennung und Einbindung in die Gruppe und ihre Werteordnung abhängig.

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